
Gasheizung und
Wärmepumpe
im Vergleich
Nicht nur hierzulande sind sowohl Gasheizungen als auch die Wärmepumpen kaum noch aus dem alltäglichen Leben wegzudenken – doch während erstere bereits schon seit Jahrzehnten in deutschen Haushalten zum Einsatz kommen, erfreut sich die Wärmepumpe erst seit relativ kurzer Zeit einer stetig wachsenden Beliebtheit. Aber lohnt sich der Wechsel von einem Gas-Brennwertgerät hin zur vermeintlich ressourcenschonenden Wärmepumpe tatsächlich? Was sind die potentiellen Vor- und Nachteile beider Systeme? Und wie sieht es eigentlich in Bezug auf die (laufenden) Kosten aus?
Inhaltsverzeichnis:
- Wie funktionieren die beiden (Heiz-)Systeme?
- Der Kostenvergleich
- Umweltwärme vs. fossile Brennstoffe
- Alle Vor- und Nachteile im Überblick
Wie funktionieren die beiden (Heiz-)Systeme?
Der vermutlich größte Unterschied zwischen der altbekannten Gasheizung und der modernen Wärmepumpe liegt in deren Funktionsweise. Bei der Gasheizung handelt es sich um ein Verbrennersystem, bei dem Erd- beziehungsweise Flüssiggas zum Einsatz kommt. Die, durch Verbrennung entstehende und bereits ausreichend temperierte Hitze, wird dann über einen sogenannten Wärmetauscher direkt an das Verteilersystem (für Heizung und Warmwasser) weitergegeben
Währenddessen bezieht die Wärmepumpe einen Großteil der benötigten Energie aus der Luft, dem Grundwasser (Sole) oder dem Erdreich. Ein strombetriebener Kompressor bringt die aufgenommene Umweltwärme zunächst auf ein höheres Temperaturniveau, bevor sie dann erst zum Heizen und zur Warmwasserbereitung in einen Wärmetauscher fließen kann.
Dementsprechend kommt die Wärmepumpe komplett ohne Verbrennung aus, was ihren Ruf als besonders nachhaltiges und vor allen Dingen ressourcenschonendes Heizsystem unterstützt.
Gut zu wissen: Mittlerweile gelten alte Gasheizanlagen im direkten Vergleich mit den Wärmepumpen als deutlich schwächer, da in der Regel nur sehr moderne Gas-Brennwertgeräte die durch die Verbrennung entstandene Kondensationswärme der Abgase nutzen und somit einen deutlich besseren Wirkungsgrad erzielen können.
Der Kostenvergleich
Da sowohl die Anschaffungs-, als auch die Installations- und Betriebskosten eine wesentliche Rolle bei der Wahl einer neuen Heizanlage spielen, stellt sich verständlicherweise die Frage, welches System grundsätzlich günstiger ist. Während die Anschaffungs- und Installationskosten für eine neue Gasheizung bei etwa 5.000 bis 10.000 Euro liegen, werden für eine neue Wärmepumpe rund 15.000 bis 30.000 Euro fällig. Dieser zum Teil enorme Preisunterschied beruht in der Hauptsache darauf, dass die Installation einer Wärmepumpe in der Regel deutlich komplizierter ist und darüber hinaus auch die je nach Modell notwendigen Erschließungskosten (beispielsweise Sondenbohrungen oder das Verlegen von Flächenkollektoren) mit eingerechnet werden müssen.
Viele hoffen, dass dieser enorme Kostenunterschied in der Anschaffung auf lange Sicht durch die etwas geringeren Betriebskosten einer Wärmepumpe wieder ausgeglichen werden kann:
Bei einem beispielhaften Energiebedarf einer Gasheizung von 18.000 Kilowattstunden und einem Erdgaspreis von rund 9.8 Cent (Bestandskundenpreis je nach Gasanbieter; die Kosten für Neukunden liegen in den ersten Monaten meist deutlich niedriger), bewegen sich die jährlichen Kosten bei etwa 1.800 Euro. Gut zu wissen: Aufgrund der CO2-Steuer wird der Gaspreis in den kommenden Jahren noch weiter steigen, was die Kosten dementsprechend erhöht. Eine handelsübliche Wärmepumpe benötigt im Schnitt etwa 6.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr, was bei einem durchschnittlichen Strompreis von über 25 Cent pro kWh eine Belastung von etwa 1.500 Euro bedeutet.
Umweltwärme vs. fossile Brennstoffe
Ein weiterer nennenswerter Unterschied der beiden Heizsysteme bezieht sich auf die genutzten Ressourcen. Bei einer Gasheizung wird bekanntlich herkömmliches Gas verwendet. Dabei handelt es sich jedoch um fossile Brennstoffe und somit um eine endliche Ressource, deren Förderung nicht nur sehr aufwendig ist, sondern zudem auch nachhaltige Umweltschäden mit sich bringt. Darüber hinaus wird bei der Verbrennung CO2 produziert, was nachweislich zur globalen Erderwärmung beiträgt. Gut zu wissen: Ein modernes Gas-Brennwertgerät stößt etwa 200 Gramm CO2 pro Kilowattstunde (kWh) aus, sodass bei einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von etwas über 19.000 kWh über 3,8 Tonnen CO2 freigesetzt werden – zum Vergleich: der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch liegt bei 10,8t.
Wärmepumpen verursachen hingegen keine direkten CO2-Emissionen, da sie komplett ohne Brennstoffe und dementsprechend auch ohne Verbrennung auskommen. Allerdings gilt es zu bedenken, dass Wärmepumpen nur mit Strom funktionieren – und wenn der benötigte Strom nicht nachweislich und komplett nachhaltig produziert wird (Stichwort Ökostrom), wirkt sich die Nutzung ebenfalls nicht wirklich positiv auf die Umwelt aus. Im Klartext heißt das: Wärmepumpen, die ausschließlich konventionell produzierten Strom verwenden, liegen nur dank dem geringeren Stromverbrauch unter dem CO2-Wert von normalen Gasheizungen.
Alle Vor- und Nachteile im Überblick
Abschließend möchten wir Ihnen noch einmal die wichtigsten Vor- und Nachteile in dem nun folgenden Überblick präsentieren.
Typ | Vorteile | Nachteile |
Gasheizung |
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Wärmepumpe |
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